Dojo-Regeln

Ein DOJO ist ein Übungsraum, in dem Karate-Do betrieben wird. DOJO-REGELN
stellen ein charakteristisches Element der Kampfkünste Asiens dar und bilden
einen der Unterschiede zu den Kampfsportarten der westlichen Welt.
Wer sich freiwillig auf den Karate-Weg begibt, muss sich im Klaren sein, dass er
sich automatisch diesen Regeln unterwirft. Sie dienen der Selbstentfaltung und
Charakterentwicklung, und das Verständnis für diese Regeln und deren Einhaltung
wird im BUDO als Zeichen der Reife gewertet.

All diese Regeln haben einen tieferen Sinn, und ihre Bedeutung wird mitunter erst
in späteren Jahren begriffen. Die Fähigkeit zum Befolgen der DOJO-REGELN
der traditionellen BUDO-Künste zeigt die Befähigung zum Karate-Studium auf.
Ein DOJO ist ein Ort innerer Ruhe und Sammlung. Das Verhalten (Ordnung, Disziplin) sollte darauf ausgerichtet werden. Die Karatelehrer (SENSEI) haben die Pflicht, für die Einhaltung der DOJO-REGELN zu sorgen und jede/n zurechtzuweisen, die/der sich nicht daran hält. Das rechte Verhalten gehört zu den Zulassungsbedingungen für Graduierungsprüfungen.

Jedes Betreten und Verlassen des DOJO geschieht in Verbindung mit RITSU REI (Verbeugung im Stehen in MUSUBI DACHI).
Jeder KARATEKA hat sein Training in einem weißen KARATE-GI zu absolvieren. Der umgebundene Gürtel (OBI), muss seiner Graduierung entsprechen.

Zu Beginn jeder Übungsstunde bilden die KARATEKA über Aufforderung durch den höchstgraduierten anwesenden Lehrer eine Reihe, rechts beginnend mit dem höchsten Grad, links endend mit dem niedrigsten. Der Lehrer leitet die Stunde mit RITSU REI (siehe oben) oder ZA REI (kurze Meditation sowie Gruß und Verneigung im SEI ZA). In gleicher Form beendet der Lehrer die Übungsstunde.
Ein regelmäßiger Besuch der Übungsstunden sowie Pünktlichkeit gehören zu den obersten Prinzipien. Lässt sich im Ausnahmefall ein Zuspätkommen nicht vermeiden, so hat sich der Betroffene nach einem RITSU REI in Richtung seines Lehrers selbstständig aufzuwärmen und sich danach in seine Gruppe einzuordnen.

Bei Erklärungen des Lehrers (Technik, Kata, Dojokun etc.) haben die Schüler konzentriert zuzuhören. Wurde etwas nicht verstanden oder treten Fragen auf, kann dies durch ein Handzeichen signalisiert werden. Nach Beantwortung der Frage drückt der Schüler sein Verständnis mit RITSU REI aus. Auch bei einer Ermahnung ist vom Schüler das Verständnis mit RITSU REI zu bestätigen.

Während der Übungsstunde wird im Interesse der inneren Sammlung und Konzentration NICHT gesprochen (Ausnahme: Fragen zum Thema des Unterrichts).
Während der Übungsstunde werden ausschließlich und ausnahmslos jene Übungen absolviert, die vom Lehrer angesagt wurden. Beginn (YOI / HAJIME) und Ende (YAME) einer Übung werden grundsätzlich vom Lehrer festgelegt. Bei Kommando YAME wird wie bei Kommando YOI bei aufrechterhaltenem ZANSHIN (Wachsamkeit) eine Grundhaltung (SHIZENTAI) eingenommen, bis der Lehrer die Übung mit NAORE endgültig schließt.
Verlässt in Ausnahmefällen ein Schüler das DOJO, geht er zum Lehrer und nennt nach einem RITSU REI den Grund.

Partnerübungen (KUMITE) beginnen und enden grundsätzlich mit einem RITSU REI.

KARATEKA müssen den niedriger Graduierten als Leitbild dienen: Durch vorbildlichen Einsatz und ernsthafte Haltung zeigt jeder KARATEKA, dass er seinen Grad zu Recht besitzt.
KARATE-DO findet nicht nur im DOJO statt, sondern auch im normalen Alltag. Wer die Prinzipien des KARATE-DO verstanden hat, wird diese WERTE auch im täglichen Leben repräsentieren.
OBERSTES ZIEL IM KARATE-DO SIND SELBSTENTFALTUNG UND CHARAKTERENTWICKLUNG, NICHT DIE ÄUSSERE LEISTUNG.

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